Pressemitteilung: Demonstration in Berlin am 11.07. anlässlich der Urteilsverkündung im ersten NSU-Prozess. 17 Uhr, Platz der Luftbrücke

5 Jahre NSU-Prozess – Kein Schlussstrich! – NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Am Mittwoch, den 11.07. wird nach mehr als 5 Jahren das Urteil im ersten NSU-Prozess gegen fünf Angeklagte gesprochen. Diese Urteilsverkündung darf keinen Schlussstrich unter den NSU-Komplex ziehen – zentrale Fragen zu den Taten des NSU, zum Neonazinetzwerk des NSU und zur Rolle der Behörden wurden im Münchner Prozess nahezu systematisch ausgeklammert und sind bis heute nicht aufgeklärt.

Anlässlich der Urteilsverkündung im NSU-Prozess werden in München und bundesweit Kundgebungen und Demonstrationen stattfinden. In Berlin organisiert ein Bündnis von antifaschistischen und antirassistischen Gruppen am Mittwoch, den 11.07. ab 17.00 Uhr unter dem Motto „Kein Schlussstrich!“ eine Demonstration, zeitgleich zu den Protesten in München. Vor und nach der Demonstration wird die Bühne für Menschenrechte Auszüge aus ihrem Theaterstück „Die NSU-Monologe“ auf deutsch und türkisch aufführen. Die Demonstration führt aus Kreuzberg bis zum Neuköllner Hermannplatz.

Der NSU-Komplex ist für uns nicht abgeschlossen. Der offene völkische Rassismus der Nazis und der alltägliche institutionalisierte Rassismus von Sicherheitsbehörden, Medien und Mehrheitsgesellschaft bilden zusammen mit den staatlich aufgebauten und beschützten Neonazistrukturen den NSU-Komplex. NSU bedeutet – Rassismus, Staat und Nazis Hand in Hand“ , so die Pressesprecherin des Bündnisses, Antje Weerstand.

Wir wollen unsere Solidarität mit den Angehörigen der Ermordeten, den Opfern der Bombenanschläge und allen Menschen ausdrücken, die von rechtem Terror und institutionellem Rassismus bedroht und betroffen sind.

Das Ende ist für uns erst der Anfang: Der Haupttäter des NSU ist der gesellschaftliche Rassimus. Wir als Gesellschaft müssen endlich Konsequenzen aus den Taten der mordenden Nazis ziehen“, so Weerstand weiter.

Für Journalist*innen ist das Presseteam des Berliner Bündnis ab jetzt unter der Nummer +49 163 787 3033 zu erreichen, alternativ erreichen sie uns über buendnis@irgendwoindeutschland.org per E-Mail.

Am Lautsprecherwagen werden Pressemappen mit für die Demonstration relevanten Texten und weiteren Zitaten unserer Pressesprecherin bereitliegen.

Auf Twitter ist unser bundesweites Bündnis unter @irgendwoinde zu finden, wir twittern unter #keinschlussstrich über alle Aktionen und #b1107 über die Demonstration in Berlin.Weitere Informationen unter

https://irgendwoindeutschland.org/kein-ende-in-sicht-rassismus-und-der-nsu-komplex/